Trauer ist ein Ausdruck von Liebe

Blick von innen in eine Jurte, oben im Rund der Mond am Nachthimmel
Trauer zeigt uns, was uns wirklich wichtig ist. Was wir verloren haben oder vielleicht nie erleben durften: einen Menschen, eine Beziehung, einen Traum, unsere Gesundheit, Qualitäten wie Frieden oder Gerechtigkeit oder auch die innige Verbindung zur natürlichen Mitwelt (die so viele von uns schmerzlich vermissen).

Nicht nur die Verluste von geliebten Menschen, sondern auch der Verlust von Heimat, von biologischer Diversität, einem gesunden Ökosystem, unserer Würde und Vielfalt, einer nicht erlebten glücklichen Kindheit, einer Zukunft ohne Klimakrise etc. können Trauerprozesse verursachen.

Und doch gibt es in unserer Gesellschaft kaum Raum dafür. Trauer, Wut oder Ohnmacht werden oft so lange verdrängt, bis wir uns irgendwann stumpf oder abgeschnitten fühlen.

Gemeinschaft macht Trauer leichter

Und der Trauerprozess ist kein Weg, den wir allein gehen müssen: In Gemeinschaft kann Trauer oft leichter fließen. Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen einander, um uns gegenseitig zu halten, einander Kraft zu geben und unsere Prozesse zu begleiten. Wenn wir den Raum teilen, entsteht etwas Größeres, ein Netz, das uns auffängt und in dem wir uns sicher fühlen können.

Auf diese Weise fällt es uns oft leichter, uns unseren schmerzenden Emotionen zuzuwenden. So öffnen wir gemeinsam einen Raum, in dem Trauer fließen darf in Tränen, Geschichten, Bewegung oder Stille. In diesem Miteinander können wir uns erlauben, mehr von dem zu fühlen, was in uns lebt und erleben, wie heilsam es sein kann, gehalten zu werden und selbst zu halten.

Denn Trauern ist ein Prozeß, der Gemeinschaft braucht. Da wir beim Trauern tief in unserer Seele abtauchen, kann es so hilfreich sein, gehalten und bezeugt zu werden von einer Gemeinschaft.

utiseta Trauerfeuer

Winter in der Rhön – Winter-Trauerfeuer Nordhessen

Zwei Hände halten eine brennende Kerze
27. bis 31. Januar 2027 · Zukunftsdorf SonnErden, Rhön, ca. 30 Minuten östlich von Fulda

Wir werden bei unserem Indoor-Ritual zwei Tage und zwei Nächte ein Meer aus Kerzen hüten: ein Feuer der Lebendigkeit, welches mitten unter uns und in uns brennt.

Mit Katharina Voigt und Sascha Dangmann, in Kooperation mit dem Verein Walduin.

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Sommer bei Kassel – Sommer-Trauerfeuer Nordhessen

Ein großes weißes Zelt auf einer Wiese in der Abenddämmerung, innen sitzen Menschen im warmen Licht eines Feuers
30. Juni bis 4. Juli 2027 · Gemeinschaft Lebensbogen auf dem Dörnberg bei Kassel

Zwei Tage und zwei Nächte hüten wir in unserer Mitte ein Feuer. Als gemeinsamer Raum dient uns für diese 5 Tage eine Jurte auf dem Gelände der Gemeinschaft Lebensbogen. Wir laden bewusst auch Familien ein und bieten während des Trauerfeuers eine begleitete Kinderbetreuung an.

Mit Katharina Voigt und Sascha Dangmann, in Kooperation mit dem Verein Walduin.

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Herbst im Allgäu – Herbst-Trauerfeuer Allgäu

Zwei Menschen gehen über eine Wiese, im Hintergrund eine weite Landschaft
22. bis 26. September 2027 · Gemeinschaft Sulzbrunn, Allgäu

Durch das Entzünden des Feuers eröffnen wir den Ritualraum: das Feuer brennt einen bzw. zwei Tage und zwei Nächte lang und steht uns während der gesamten Zeit als Gegenüber, größer als wir selbst, für unsere persönlichen Prozesse zur Verfügung.

Mit Katharina Voigt, Nela Adam und Magdalena Trischler, in Kooperation mit den Wandlungsräumen.

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Was sie verbindet, was sie unterscheidet

Alle drei Trauerfeuer gehen auf das Ritual zurück, das Elke Loepthien-Gerwert am Circlewise Institut entwickelt hat. In ihrer Mitte hüten wir zwei Tage und zwei Nächte ein Feuer, und in alle drei bringen wir einen verkörperten Ansatz mit Bewegung und Körperwahrnehmung ein.

Verschieden sind die Orte, die Jahreszeiten und die Menschen, die sie gestalten. Die beiden Trauerfeuer in Nordhessen leitet Katharina Voigt gemeinsam mit Sascha Dangmann, in Kooperation mit dem Verein Walduin. Das Herbst-Trauerfeuer im Allgäu gestaltet sie gemeinsam mit Nela Adam und Magdalena Trischler von den Wandlungsräumen.

Das Trauerfeuer ist für dich, wenn

  • du konkrete Verluste betrauern möchtest
  • dich öfter als stumpf erlebst oder unterdrückte Wut dich anstrengt
  • du dir Sorgen um die Krisen der Welt machst
  • du Sehnsucht nach dem Halt der Gemeinschaft hast
  • du den Schmerz um die Ausbeutung der natürlichen Mitwelt mit anderen Menschen teilen möchtest

Die Preise für die Trauerfeuer gestalten wir nach Selbsteinschätzung. Die genauen Beträge, den Rahmen vor Ort und unsere Gedanken dazu findest du auf der Seite des jeweiligen Trauerfeuers.

Die Wurzeln des Rituals

Ein Feuer brennt in der Dunkelheit
Der Circlewise-Ansatz für Trauerprozessbegleitung, die Trauerfeuer-Workshops und auch Trauerkreise entstanden auf der Basis von vielen Jahren intensiver Erfahrungen im Veranstalten gemeinschaftlicher Trauerrituale mit Sobonfu Somé. Sobonfu – ohne deren unermüdliches Wirken es auch unsere Arbeit so nicht geben könnte – gehörte zum Volk der Dagara in Burkina Faso. Dort war sie aufgewachsen und verbrachte zeit ihres Lebens jeweils die Hälfte des Jahres dort. Die restlichen Monate lebte sie in Turtle Island/ USA und leitete dort zahlreiche von ihr für westlich sozialisierte Menschen entwickelte Rituale, unter anderem beim und mit dem Circlewise Institut (von 2011-2017).

Nach Sobonfu’s Tod 2017 suchte Elke Loepthien-Gerwert, die Gründerin von Circlewise, nach Möglichkeiten, die Trauerarbeit auf eine für Hier & Heute authentische Weise weiterzuführen und sammelte dafür zahlreiche, insbesondere für gemeinschaftliches Trauern relevante Erkenntnisse westlicher Forschung, insbesondere in Psychologie und Neuropsychologie. Sie betrachtete auch die Grundmuster von verschiedenen Begräbnisritualen und Bräuchen in Europa und anderen Teilen der Welt, die sehr unterschiedlich sind, aber auch einige Ähnlichkeiten aufweisen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Fokuspunkt für ein Trauerritual hier kam die entscheidende Inspiration dafür, als erstes ein Feuer-Ritual zum Trauern zu entwickeln, zum einen von rituellen Feuern, die bei den Anishinabe in Turtle Island/Nordamerika rund um Begräbnisse durchgeführt werden, sowie insbesondere von den sogenannten „Not-Feuern“ im europäischen Raum. Auf unserem Kontinent sind Not-Feuer auch heute noch weithin bekannt, bis vor wenigen Jahrhunderten wurden sie häufig von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft entzündet, und in vielen Regionen auch des deutschsprachigen Raumes sind zahlreiche daran angelehnte Feuer-Rituale als Brauchtum erhalten geblieben.

Mit den gefundenen Zutaten und Anhaltspunkten entwickelte Elke 2017/18 ein erstes Feuer-basiertes Trauer-Ritual, das seitdem durch die Erfahrungen und Beiträge von und mit dem Circlewise Team, den Teilnehmenden und zahlreichen Mitwirkenden weiter entwickelt, verfeinert und immer wieder etwas neu gestaltet wird – damit es möglichst frei von kultureller Aneignung sein kann, authentisch für hier und für heute und offen für Menschen aller Herkünfte, Religionen und spirituellen Überzeugungen.

Wir haben das ursprüngliche Trauerfeuer mit unserem Embodiment Ansatz erweitert und danken Elke, dass wir diese wertvolle Arbeit in abgeänderter Form in die Welt tragen dürfen.

Trauerfeuer im Netzwerk

Circlewise Institut – Elke Loepthien-Gerwerth und Aaron Gerwerth – Bodensee
Elke und Aaron geben seit 2018 Trauerrituale, im Winter indoor mit vielen Kerzen, im Sommer outdoor mit Lagerfeuer. Sie forschen unablässig, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in diesen Zeiten Räume für Trauer, Naturverbindung und Rituale noch diskriminierungsfreier und traumasensibler gestaltet werden können – und laden dazu auch immer wieder marginalisierte Gruppen wie zb indigene Stimmen in diese Räume ein.

Janna Schneewitta Rehbein – Schweiz
Janna ist Dipl. Kunsttherapeutin / Master of Art in Context, begleitet Menschen in Übergängen, Sabbaticals, begleitet Trauerprozesse und kreiert vor allem Räume für gemeinsames Trauern in unterschiedlichen Formaten, wie mehrtägige Trauerfeuer und Trauerrituale. Sie ist u.a. Absolventin der Trauerprozessbegleitung bei Circlewise und ihre Angebote finden in Deutschland, der Schweiz, Portugal oder online statt.

Mehr über gemeinschaftliches Trauern und die Menschen, die es an verschiedenen Orten gestalten, findest du bald auf der Website „Trauern in Gemeinschaft“.

Ein Film über Trauerarbeit

Gemeinschaftliche Trauerarbeit lässt sich mit Worten oft schwer fassen. Deshalb haben wir einen Film darüber gemacht. Gerade wird er geschnitten und fertiggestellt, und wir sammeln dafür noch Geld. Wenn du das Projekt unterstützen möchtest, kannst du hier auf betterplace spenden.

Trauerarbeit für eure Gruppe

Eine Gruppe steht im Kreis auf einer Wiese
Trauer kann auch ein Teil des gemeinsamen Weges einer Gruppe werden, die schon miteinander unterwegs ist, etwa in einer Weiterbildung, einer Gemeinschaft oder einem Team. Wie das aussehen kann, findest du unter Für Gruppen & Organisationen.

Weitere Möglichkeiten