Trauer-Rituale
Trauern als essentieller Teil von menschlicher Kultur
Schmerz und Verlust, und damit Trauer, gehört zum menschlichen Leben wie Liebe und Lebensfreude. In unserer westlichen Kultur haben wir das Trauern weitestgehend ver-lernt, u.a. durch tausende Jahre Herrschaft und jahrhundertelange Kriege in Mitteleuropa. Zuletzt die beiden Weltkriege zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Notwendigkeit, fürs Überleben weitermachen zu müssen, haben es vielen Familien in Mitteleuropa verwehrt, die vielen Verluste zu betrauern.
Nicht nur die Verluste von geliebten Menschen, sondern auch der Verlust von Heimat, von biologischer Diversität, einem gesunden Ökosystem, unserer Würde und Vielfalt, einer nicht erlebten glücklichen Kindheit, einer Zukunft ohne Klimakrise etc. können Trauerprozesse verursachen.
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Nach Sobonfu’s Tod 2017 suchte Elke Loepthien-Gerwert, die Gründerin von Circlewise, nach Möglichkeiten, die Trauerarbeit auf eine für Hier & Heute authentische Weise weiterzuführen und sammelte dafür zahlreiche, insbesondere für gemeinschaftliches Trauern relevante Erkenntnisse westlicher Forschung, insbesondere in Psychologie und Neuropsychologie. Sie betrachtete auch die Grundmuster von verschiedenen Begräbnisritualen und Bräuchen in Europa und anderen Teilen der Welt, die sehr unterschiedlich sind, aber auch einige Ähnlichkeiten aufweisen.
Auf der Suche nach einem geeigneten Fokuspunkt für ein Trauerritual hier kam die entscheidende Inspiration dafür, als erstes ein Feuer-Ritual zum Trauern zu entwickeln, zum einen von rituellen Feuern, die bei den Anishinabe in Turtle Island/Nordamerika rund um Begräbnisse durchgeführt werden, sowie insbesondere von den sogenannten „Not-Feuern“ im europäischen Raum. Auf unserem Kontinent sind Not-Feuer auch heute noch weithin bekannt, bis vor wenigen Jahrhunderten wurden sie häufig von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft entzündet, und in vielen Regionen auch des deutschsprachigen Raumes sind zahlreiche daran angelehnte Feuer-Rituale als Brauchtum erhalten geblieben.
Mit den gefundenen Zutaten und Anhaltspunkten entwickelte Elke 2017/18 ein erstes Feuer-basiertes Trauer-Ritual, das seitdem durch die Erfahrungen und Beiträge von und mit dem Circlewise Team, den Teilnehmenden und zahlreichen Mitwirkenden weiter entwickelt, verfeinert und immer wieder etwas neu gestaltet wird – damit es möglichst frei von kultureller Aneignung sein kann, authentisch für hier und für heute und offen für Menschen aller Herkünfte, Religionen und spirituellen Überzeugungen.
Denn Trauern ist ein Prozeß, der Gemeinschaft braucht. Da wir beim Trauern tief in unserer Seele abtauchen, kann es so hilfreich sein, gehalten und bezeugt zu werden von einer Gemeinschaft.
Übersicht über Trauer-Angebote
Circlewise Institut – Elke Loepthien-Gerwerth und Aaron Gerwerth – Bodensee
Elke und Aaron geben seit 2018 Trauerrituale, im Winter indoor mit vielen Kerzen, im Sommer outdoor mit Lagerfeuer. Sie forschen unablässig, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in diesen Zeiten Räume für Trauer, Naturverbindung und Rituale noch diskriminierungsfreier und traumasensibler gestaltet werden können – und laden dazu auch immer wieder marginalisierte Gruppen wie zb indigene Stimmen in diese Räume ein.
Utiseta – Katharina Voigt und Sascha Dangmann – Nähe Kassel
Sascha und Katharina bieten zusammen ein Trauerfeuer an, welches sich auch an neurodiverse Menschen richten. Sie integrieren viel Körperarbeit und ihre tiefe Nturverbindung in ihr Ritual. Ihre Begeisterung für die vielen Verbindungsfäden seelische und körperlicher Art zwischen Menschen und Nicht-Menschen öffnen Räume für den tiefen Kontakt mit dem größeren Ganzen, in Schönheit und Schmerz.
Wandlungsräume – Nela Adam, Katharina Voigt und Magdalena Trischler – Allgäu
Magdalena Trischler, Nela Adam und Katharina Voigt bieten neben anderen Angeboten auch Trauern in Gemeinschaft an, im Spätsommer draußen mit einem Trauerfeuer. Dabei bringen sie eine besondere Liebe und Begeisterung für Bewegung und den Körper, sowie unterschiedliche (psycho)-therapeutische Ausbildungen und Praxis in der Begleitung von Menschen und in Naturverbundener Ritualarbeit mit.
Janna Schneewitta Rehbein – Schweiz
Janna ist Dipl. Kunsttherapeutin / Master of Art in Context, begleitet Menschen in Übergängen, Sabbaticals, begleitet Trauerprozesse und kreiert vor allem Räume für gemeinsames Trauern in unterschiedlichen Formaten, wie mehrtägige Trauerfeuer und Trauerrituale. Sie ist u.a. Absolventin unserer Trauerprozessbegleitung und ihre Angeboten finden in Deutschland, der Schweiz, Portugal oder online statt.
Wandlungsfähig – Isabel Knauf und Cornelius Plache – Nähe Berlin
Isabel ist Heilpraktikerin und begleitet Menschen anhand von Ritualen, Liedern und der tiefen Verbindung mit den Pflanzen, und hat auch direkt von Sobonfu lernen können. Cornelius ist ausgebildet in naturzyklischer Prozessbegleitung und Ritualarbeit. Isabel und Cornelius begleiten vor allem junge Menschen auf dem Weg zu mehr Verbindung und ihrer Aufgabe in dieser Welt. Seit einigen Jahren bieten sie zusammen Trauerrituale an, in der Nähe von Berlin.
Wildnisschule Wildeshausen – Judith Wilhelm und Myriam Kentrup – Nähe Bremen
Judith und Myriam begleiten mit der Wildnisschule Wildeshausen seit über zwei Jahrzehnten Menschen auf dem Weg zu mehr Naturverbindung. Judith hat zusammen mit Elke eine Ritualausbildung organisiert, in der Sobonfu ihre Wissen und Erfahrung über Rituale weitergeben konnte. Seit vielen Jahren bieten sie Trauerfeuer in der Wildnisschule Wildeshausen bei Bremen an.
Hier findest du Termine von Trauerritualen, die entweder von Elke Loepthien-Gerwerth und/oder von Sobonfu Somé inspiriert im deutschsprachigen Raum stattfinden.
Termine 2025 / 2026
Trauerrituale 2025
22.-26.10.25 Wandlungsfähig – Nähe Berlin
29.10.-02.11.25 Janna Schneewitta – Schweiz
12.-16.11.25 – Wildnisschule Wildeshausen – Nähe Bremen
26.-30.11.25 – Circlewise – Franken
Trauerrituale 2026
04.-08. Februar 2026 – utiseta – bei Fulda
18.-22. März 2026 – Wandlungsfähig – Ostsee
24.-28. Juni 2026 – utiseta – Nähe Kassel
21.-26. Juli 2026 – Circlewise – Franken